Teil IV - Steuerfachangestellte/r 


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1. Wo erhalte ich umfassende Informationen zum Berufsbild Steuerfachangestellte/r?
 
Unter dem Motto "Steuerfachangestellte/r - Da steckt mehr drin, als du denkst." informieren die Bundessteuerberaterkammer und die 21 Steuerberaterkammern interessierte Jugendliche über die Ausbildungsmöglichkeiten zur/zum Steuerfachangestellten. Über die Internetpräsenz http://www.mehr-als-du-denkst.de sowie unter http://www.steuerfachangestellter.com erhalten Sie umfassende Informationen zum Berufsbild des/r Steuerfachangestellten.
 
2. Wo findet die Ausbildung zum/r Steuerfachangestellten statt?
 
Die Ausbildung wird in der Praxis eines Steuerberaters, einer Steuerberaterin oder einer Steuerberatungsgesellschaft absolviert. Gemäß der "Verordnung über die fachliche Eignung für die Berufsausbildung der Fachangestellten im Bereich Steuerberatung" besitzen neben Steuerberatern auch Wirtschaftsprüfer, vereidigte Buchprüfer und Steuerbevollmächtigte die für die fachliche Eignung erforderlichen beruflichen Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten, um Steuerfachangestellte in ihren Praxen ausbilden zu können.

3. Wie finde ich einen Ausbildungs- oder einen Praktikumsplatz?  

Über die Internetseiten http://www.mehr-als-du-denkst.de sowie  http://www.steuerfachangestellter.com gelangen Sie unter dem Menüpunkt Ausbildungsplätze zu den Ausbildungsplatzangeboten, jeweils sortiert nach Bundesländern bzw. den Gebieten der Steuerberaterkammern. Teilweise enthalten die Börsen auch Praktikumsplatzangebote. Die Ausbildungsplatzbörse wird regelmäßig aktualisiert. Außerdem empfehlen sich Initiativbewerbungen bei Steuerberatern. Adressen von Steuerberatern in Ihrer Nähe finden Sie zum Beispiel in Branchenbüchern wie den Gelben Seiten. Außerdem können Sie bei der örtlichen Agentur für Arbeit nach Ausbildungsplatzangeboten fragen.

4. Ist eine Ausbildung in Teilzeit möglich? 

Die Ausbildungszeit beträgt drei Jahre. Hierbei wird eine Vollzeitbeschäftigung zugrunde gelegt. Ob in begründeten Ausnahmefällen eine Teilzeitausbildung in Betracht kommt, prüft die jeweilige Steuerberaterkammer im Einzelfall.

5. Kann die Ausbildungsdauer verkürzt werden?  

Eine Verkürzung der Ausbildungszeit setzt zunächst einen gemeinsamen Antrag des Auszubildenden und des Ausbildenden voraus. Es gibt Steuerberater, die unabhängig von der Vorbildung ihrer Auszubildenden keine Verkürzung gewähren. Dann muss nämlich ein Teil des Lehrstoffs im Selbststudium erarbeitet werden, was erheblich schwieriger ist als eine reguläre Ausbildung in drei Jahren. Zum anderen wird die Ausbildungszeit auch nur dann verkürzt, wenn zu erwarten ist, dass das Ausbildungsziel in der gekürzten Zeit erreicht wird. Für diese Prognoseentscheidung der Steuerberaterkammer ist eine Rücksprache mit dem Ausbilder erforderlich.

5a. Kommt eine Verkürzung der Ausbildungszeit aufgrund meiner (abgeschlossenen) Ausbildung zum/r Rechtsanwaltsfachangestellten in Betracht?
 
Gemäß § 8 Abs. 1 Berufsbildungsgesetz hat die zuständige Stelle auf gemeinsamen Antrag des/r Auszubildenden und des Ausbildenden die Ausbildungszeit zu kürzen, wenn zu erwarten ist, dass das Ausbildungsziel in der gekürzten Zeit erreicht wird.

6. Werden bei einem Wechsel der Ausbildungsstelle die bisherigen Ausbildungsteile angerechnet?
 
Da die Ausbildung zur/zum Steuerfachangestellten bundesweit einheitlich erfolgt, ist eine Anrechnung bisheriger Ausbildungsabschnitte auf ein neu abzuschließendes Ausbildungsverhältnis grundsätzlich möglich. Gesetzliche Grundlagen der Berufsausbildung bilden neben dem Berufsbildungsgesetz die ebenfalls bundesweit geltende Verordnung über die Berufsausbildung zum/zur Steuerfachangestellten sowie der Rahmenlehrplan für den AusbildungsberufSteuerfachangestellter/Steuerfachangestellte. Lediglich einzelne Regelungen in den Prüfungsordnungen der Steuerberaterkammern, die aber nicht die Prüfungsgebiete betreffen, weichen teilweise voneinander ab. Weitere Informationen zu den rechtlichen Grundlagen finden Sie über die Internetseiten http://www.mehr-als-du-denkst.de sowie  http://www.steuerfachangestellter.com unter dem Menüpunkt Zum Nachschlagen.

7. Welche Karrieremöglichkeiten bieten sich Steuerfachangestellten?
 
Über die Internetseiten http://www.mehr-als-du-denkst.de  sowie  http://www.steuerfachangestellter.com erfahren Sie unter dem Menüpunkt "Karrierechancen" alles über die Weiterbildung zum/zur Steuerfachwirt/in oder sogar Steuerberater/in. Für weitere Fragen stehen Ihnen auch die Steuerberaterkammern zur Verfügung.

8. Wie hoch ist die Ausbildungsvergütung?
 

Hier gibt es keine gesetzlich verbindlichen Vorgaben. Das Berufsausbildungsgesetz schreibt nur vor, dass dem/r Auszubildenden eine angemessene Vergütung zu zahlen ist. Die Steuerberaterkammern haben zur Höhe der Vergütung Empfehlungen ausgesprochen. Im Jahr 2008 betrugen die empfohlenen Ausbildungsvergütungen bundesdurchschnittlich 484 € im ersten, 549 € im zweiten und 630 € im dritten Ausbildungsjahr. Zur Höhe der aktuell empfohlenen Ausbildungsvergütung in Ihrer Region wenden Sie sich bitte an die örtlich zuständige Steuerberaterkammer.

9. Wie hoch ist der Verdienst von Steuerfachangestellten?
 
Die Höhe des Gehaltes hängt von einer Vielzahl von Kriterien ab. Maßgeblich sind die Ortsüblichkeit, die Berufserfahrung, die Abschlussnote, Spezialkenntnisse, Verhandlungsgeschick etc. Auch ist in (Groß-)Städten der Verdienst regelmäßig etwas höher als im Umland. Unter Umständen kann die örtliche Steuerberaterkammer oder der regionale Steuerberaterverband mit einem Richtwert bzw. einer Auskunft zur regionalen Spanne weiterhelfen.

10. Wie entwickelt sich die Nachfrage nach Steuerberatungsleistungen? Ist mein Beruf Steuerfachangestellte/r langfristig sicher?
 
Der Wettbewerb auf dem Markt für Steuerberatungsleistungen nimmt zu. Allerdings lassen ein komplexes Steuersystem und die hohen Anforderungen des Wettbewerbs auch den Beratungsbedarf der Unternehmen wachsen. Die Kompetenz des Steuerberaters wird daher auch in Zukunft unverzichtbar sein. Für qualifizierte Mitarbeiter ergeben sich daraus auch langfristig sichere Perspektiven.

11. Was kostet eine Ausbildung zum/zur Steuerfachangestellten?
 
Bei der Ausbildung zum/zur Steuerfachangestellten handelt es sich um eine Berufsausbildung im Sinne des Berufsbildungsgesetzes (BBiG) und ist für Auszubildende kostenfrei. Es können Kosten für Lehrmittel oder Fahrtkosten entstehen, die allerdings zum Teil von den Ausbildenden erstattet werden.

12. Gibt es die Möglichkeit, parallel zur Steuerfachangestelltenausbildung ein Studium zu absolvieren?
 
In einigen Bundesländern besteht diese Möglichkeit, zum Beispiel in Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein (sog. Triales Modell). Bei Interesse wenden Sie sich bitte unmittelbar an die dortigen Steuerberaterkammern.

13. Stimmt es, dass man gleichzeitig eine Steuerfachangestelltenausbildung absolvieren und das Abitur machen kann?
 

Sowohl in Mecklenburg-Vorpommern als auch in Berlin haben Jugendliche die Möglichkeit, parallel zur Steuerfachangestelltenausbildung das Abitur zu erwerben. Informationen über die Voraussetzungen, die Durchführung usw. finden Sie auf den Internetseiten der Steuerberaterkammern, die auch für persönliche Auskünfte zur Verfügung stehen.

14. Wird ein bestimmter Leistungsdurchschnitt erwartet, um Steuerfachangestellter werden zu können?
 
Eine Vorschrift, die eine Mindestnote für die Ausbildung vorsieht, gibt es nicht. Allerdings sind gute Schulnoten, zumal in den Hauptfächern, auf jeden Fall ein Pluspunkt bei der Bewerbung. Am Ende wird der Ausbilder anhand einer Reihe von Kriterien entscheiden, zu denen neben den Schulnoten zum Beispiel auch die schriftlichen Bewerbungsunterlagen, Praktika und der persönliche Eindruck im Bewerbungsgespräch zählen.
 
15. Besteht auch für andere Personen als Steuerfachangestellten-Auszubildende die Möglichkeit einer Zulassung zur Abschlussprüfung?

Gemäß § 9 Abs. 2 der Musterprüfungsordnung für den Ausbildungsberuf "Steuerfachangestellter/Steuerfachangestellte", die von den Steuerberaterkammern grundsätzlich übernommen wurde, ist zur Abschlussprüfung auch zuzulassen, wer nachweist, dass er mindestens das Anderthalbfache der Zeit, die als Ausbildungszeit vorgeschrieben ist, also 4,5 Jahre, auf dem Gebiet des Steuerwesens bei einem Steuerberater, Steuerbevollmächtigten, Wirtschaftsprüfer, vereidigten Buchprüfer, einer Steuerberatungsgesellschaft, Wirtschaftsprüfungsgesellschaft oder Buchprüfungsgesellschaft hauptberuflich praktisch tätig gewesen ist. Hiervon kann abgesehen werden, wenn durch Vorlage von Zeugnissen oder auf andere Weise glaubhaft dargelegt wird, dass der Bewerber Kenntnisse und Fertigkeiten erworben hat, die die Zulassung zur Prüfung rechtfertigen.  Somit besteht im Einzelfall die Möglichkeit, mit ausreichenden praktischen Erfahrungen auch ohne vorausgegangene Ausbildung zur Abschlussprüfung zugelassen zu werden. Wie die Aussichten im Einzelfall sind, sollte mit der örtlich zuständigen Steuerberaterkammer geklärt werden. Die Adressen finden Sie über die Internetseiten http://www.mehr-als-du-denkst.de  sowie  http://www.steuerfachangestellter.com.

16. Darf ich (ausgebildete Steuerfachangestellte) eine Nebentätigkeit buchhalterischer Art ausüben? 

Zunächst einmal ist eine Nebentätigkeit unbedingt mit dem Arbeitgeber abzusprechen. Zum Procedere einer selbstständigen Tätigkeit können Steuerberater und gegebenenfalls auch die zuständige IHK weiterhelfen.  Wir weisen ausdrücklich darauf hin, dass Steuerfachangestellte nicht zu dem Personenkreis gehören, denen eine Hilfeleistung in Steuersachen erlaubt ist. Andere als die in §§ 3 und 4 StBerG genannten Personen und Vereinigungen dürfen nicht geschäftsmäßig Rat in Steuersachen erteilen (§ 5 Abs. 1 Satz 1 StBerG). Werden den Finanzbehörden oder den Steuerberaterkammern Tatsachen bekannt, die den Verdacht begründen, dass eine Person oder Vereinigung entgegen § 5 Abs. 1  StBerG geschäftsmäßig Hilfe in Steuersachen leistet, so haben sie diese der für das Bußgeldverfahren zuständigen Stelle mitzuteilen (§ 5 Abs. 2 StBerG).  Ausnahmen vom Verbot der unbefugten Hilfeleistung in Steuersachen sind in § 6 StBerG geregelt. Erlaubt ist danach die Durchführung mechanischer Arbeitsgänge bei der Führung von Büchern und Aufzeichnungen, die für die Besteuerung von Bedeutung sind, wozu nicht das Kontieren von Belegen und das Erteilen von Buchungsanweisungen gehört. Das Buchen laufender Geschäftsvorfälle, die laufende Lohnabrechnung und das Fertigen der Lohnsteuer-Anmeldungen ist nur Personen erlaubt, die nach Bestehen der Abschlussprüfung mindestens drei Jahre auf dem Gebiet des Buchhaltungswesens in einem Umfang von mindestens 16 Wochenstunden praktisch tätig gewesen sind.

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