Teil II - Steuerfachwirt/in

 

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1. Wann kann man zur Steuerfachwirtprüfung zugelassen werden?

Die Zulassungsvoraussetzungen zur Steuerfachwirtprüfung ergeben sich aus § 9 der Musterprüfungsordnung, der in fast allen Prüfungsordnungen der Steuerberaterkammern wortgleich übernommen wurde.    

§ 9 Zulassungsvoraussetzungen

(1) Zur Prüfung ist zuzulassen  

a) wer mit Erfolg die Abschlussprüfung als "Steuerfachangestellte/ Steuerfachangestellter" abgelegt hat,  

b) wer nach Erfüllung der Voraussetzung zu a) zum Ende des Monats, der dem schriftlichen Teil der Prüfung vorausgeht, eine hauptberufliche praktische Tätigkeit von mindestens drei Jahren bei einem Steuerberater, Steuerbevollmächtigten, Wirtschaftsprüfer, vereidigten Buchprüfer, Rechtsanwalt, einer Steuerberatungsgesellschaft, Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Buchprüfungsgesellschaft, Rechtsanwaltsgesellschaft oder Landwirtschaftlichen Buchstelle nachweisen kann.  

(2) Abweichend von Abs. 1 ist zur Prüfung auch zuzulassen  

a) wer nachweist, dass er nach erfolgreichem Abschluss einer gleichwertigen Berufsausbildung (z. B. Rechtsanwaltsfachangestellter, Bankkaufmann, Industriekaufmann, Groß- und Außenhandelskaufmann) bis zum Ende des Monats, der dem schriftlichen Teil der Prüfung vorausgeht, mindestens fünf Jahre auf dem Gebiet des Steuer- und Rechnungswesens, davon mindestens drei Jahre bei einem Steuerberater, Steuerbevollmächtigten, Wirtschaftsprüfer, vereidigten Buchprüfer, einer Steuerberatungsgesellschaft, Wirtschaftsprüfungsgesellschaft oder Buchprüfungsgesellschaft hauptberuflich praktisch tätig gewesen ist,  

b) wer keine gleichwertige Berufsausbildung nachweisen kann, jedoch bis zum Ende des Monats, der dem schriftlichen Teil der Prüfung vorausgeht, mindestens acht Jahre auf dem Gebiet des Steuer- und Rechnungswesens, davon mindestens fünf Jahre bei einem Steuerberater, Steuerbevollmächtigten, Wirtschaftsprüfer, vereidigten Buchprüfer, einer Steuerberatungsgesellschaft, Wirtschaftsprüfungsgesellschaft oder Buchprüfungsgesellschaft hauptberuflich praktisch tätig gewesen ist.  

(3) In besonderen Ausnahmefällen kann zur Prüfung auch zugelassen werden, wer durch Vorlage von Zeugnissen und Nachweisen über seine Vorbildung und den beruflichen Werdegang darlegt, dass er bei einem Steuerberater, Steuerbevollmächtigten, Wirtschaftsprüfer, vereidigten Buchprüfer, einer Steuerberatungsgesellschaft, Wirtschaftsprüfungsgesellschaft oder Buchprüfungsgesellschaft Qualifikationen erworben hat, die den Anforderungen an den Bewerber gem. Abs. 1 entsprechen.  

(4) Voraussetzung für die Zulassung ist, dass der Bewerber zum Zeitpunkt der Anmeldung zur Prüfung seinen Beschäftigungsort, in Ermangelung einer Beschäftigung seinen Wohnort im Bezirk der Steuerberaterkammer hat.  

(5) Die Zulassung zur Prüfung setzt weiter voraus, dass der Prüfungsbewerber die nach der Gebührenordnung der Steuerberaterkammer festgesetzte Zulassungs- und Prüfungsgebühr vor Prüfungsbeginn innerhalb der von der Steuerberaterkammer gesetzten Frist entrichtet hat.  

(6) Zur Fortbildungsprüfung ist nicht zuzulassen, wer die Fortbildungsprüfung bereits mit Erfolg abgelegt hat.

2. Wie oft kann ich die Prüfung wiederholen? 

Eine nicht bestandene Prüfung kann zweimal wiederholt werden. 

3. Welche Befugnisse haben Steuerfachwirte, die sich selbstständig machen wollen?      

Mit der Fortbildungsprüfung zum/zur Steuerfachwirt/in nach § 54 BBiG führen insbesondere Steuerfachangestellte den Nachweis, dass sie durch ihre berufliche Fortbildung zusätzliche berufsbezogene Kenntnisse und Fertigkeiten erworben haben und qualifizierte berufsspezifische Aufgaben einer Steuerberaterpraxis mit Sachverhalten aus dem Steuerrecht, dem Rechnungswesen und der Betriebswirtschaft bearbeiten können. Zur geschäftsmäßigen Hilfeleistung in Steuersachen berechtigt die erfolgreiche Steuerfachwirtprüfung jedoch nicht. Gemäß § 5 Abs. 1 Satz 1 StBerG dürfen andere als die in §§ 3, 3a und 4 StBerG genannten Personen und Vereinigungen, wozu insbesondere Steuerberater, Steuerbevollmächtigte und Rechtsanwälte gehören, keine geschäftsmäßige Hilfe in Steuersachen leisten, insbesondere nicht geschäftsmäßig Rat in Steuersachen erteilen. Werden den Finanzbehörden oder den Steuerberaterkammern Tatsachen bekannt, die den Verdacht begründen, dass eine Person oder Vereinigung entgegen § 5 Abs. 1 Satz 1 StBerG geschäftsmäßig Hilfe in Steuersachen leistet, so haben sie diese der für das Bußgeldverfahren zuständigen Stelle mitzuteilen (§ 5 Abs. 2 StBerG).Ausnahmen vom Verbot der unbefugten Hilfeleistung in Steuersachen sind in § 6 StBerG geregelt. Erlaubt ist danach unter anderem die Durchführung mechanischer Arbeitsgänge bei der Führung von Büchern und Aufzeichnungen, die für die Besteuerung von Bedeutung sind, wozu nicht das Kontieren von Belegen und das Erteilen von Buchungsanweisungen gehört (§ 6 Nr. 3 StBerG). Weiterhin dürfen Personen, die nach Bestehen einer kaufmännischen Abschlussprüfung mindestens drei Jahre auf dem Gebiet des Buchhaltungswesens in einem Umfang von mindestens 16 Wochenstunden praktisch tätig gewesen sind, folgende Tätigkeiten verantwortlich erbringen: das Buchen laufender Geschäftsvorfälle, die laufende Lohnabrechnung und das Fertigen der Lohnsteuer-Anmeldungen (§ 6 Nr. 4 StBerG).
 
4. Wer bietet Kurse zur Vorbereitung auf die Steuerfachwirtprüfung an? Welche Kosten sind damit verbunden?       

Eine Liste uns bekannter Kursanbieter, die wir vor allem Anzeigen verschiedener Fachzeitschriften entnommen haben und daher kein Urteil über deren Qualität fällen können, finden Sie unten. Dauer und Kosten sind abhängig vom Kursanbieter. Durchschnittswerte sind uns nicht bekannt.  

Lehrgangsanbieter zur Vorbereitung auf die Steuerfachwirtprüfung
 
 

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